Google hat WLAN-Daten erfasst

Veröffentlicht am Sonntag, 16. Mai 2010

Nun also doch: Google räumt ein, im Zuge von Street View auch private Daten aus WLAN-Netzen gespeichert zu haben. Während sich Google entschuldigt und die Daten löschen will,  sehen sich Datenschützer in ihrer Kritik bestätigt.

Bereits Mitte April tauchten Meldungen auf, wonach die für Street View herumfahrenden Kamerawagen auch Daten aus WLAN-Netzen erfassen. Google hatte daraufhin erklärt, lediglich Standorte und MAC-Adressen der WLAN-Netze zu scannen. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar und der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar ließen allerdings nicht locker. Insbesondere Caspar hatte um eine Überprüfung der Daten gebeten.
Nun räumt Google ein, dass die im April getätigte Aussage falsch gewesen sei. Vielmehr habe das Unternehmen festgestellt, dass durch die Street-View-Autos alle bei einem WLAN-Netz anfallenden Daten erfasst wurden. Diese Daten seien bereits seit dem Jahr 2007 gespeichert worden. Google selbst spricht von einem Versehen. Die Software sei 2007 mehr oder weniger zufällig an Bord der Kamerawagen gelangt. Auch seien nur Bruchstücke des WLAN-Verkehrs aufgezeichnet worden, da sich die Fahrzeuge bewegen und WLAN-Netze ihre Frequenz in bestimmten Abständen ändern.
Auf jeden Fall will Google nach eigenem Bekunden die gespeicherten Daten unverzüglich löschen. Den Kontakt mit den jeweiligen Behörden der Länder habe man bereits hergestellt. Zudem würde die an Bord der Kamerawagen befindliche Software derzeit gemeinsam mit Experten überprüft.
Datenschützer und Politiker attestieren Google Totalversagen und fordern eine härtere Regulierung. Das aktuelle Beispiel zeige, dass es Google mit dem Datenschutz offenbar nicht so genau nehme.

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