Viele Kunden sind sauer auf Tobit
Auch am zweiten Tag nach der Veröffentlichung von David.fx12 gehen die Diskussionen verärgerter Kunden über Tobit Software in Ahaus weiter. Viele Käufer des Updates spielen sogar mit dem Gedanken ihren Kauf zu widerrufen. Sie fühlen sich von Tobit schlicht und ergreifend über den Tisch gezogen. Seit Oktober hatte Tobit Software kräftig die Werbetrommel für seine neue Kommunikationssoftware David.fx12 gerührt. Die Werbekampagne gipfelte in einer Roadshow, die Tobit im November durch 20 Kinos und Städte führte. Bei den Vorführungen sollte Kunden und Fachhandelspartnern David.fx12 schmackhaft gemacht werden. Parallel dazu wurden die neuen Funktionen von David.fx12 auf der Internetseite von Tobit beworben. Dabei wurde auch der von vielen Kunden lang ersehnte native Client für Mac OS X versprochen. Bis einschließlich David.fx 2011 konnten Macbenutzer nämlich nur über einen Browser auf die Nachrichtenzentrale von David zugreifen. Für David.fx12 kündigte Tobit also einen Client an, der über den gleichen Funktionsumfang wie der Windows-Client verfügen sollte.
Ab Freitag, den 11. November konnte David.fx12 über die Internetseite von Tobit bestellt werden. Wer bereits über eine frühere Version von David verfügt, bekam bis zu 50 Prozent Rabatt eingeräumt. Nach der Bestellung kam auch prompt die Auftragsbestätigung, doch erst am Nachmittag war auf der Internetseite von Tobit zu lesen, dass die Auslieferung der Software am 21. November erfolgt.
Tatsächlich stand David.fx12 am Montag, den 21. November wie versprochen um 0.00 Uhr zum Download bereit. Doch was Tobit unter einem nativen Client für Mac OS X versteht, trieb den Kunden den Zorn ins Gesicht. Bei dem Client handelt es sich lediglich um ein Frontend für den Webaccess. Vermutlich hatte Tobit die enttäuschten und wütenden Diskussionen in den Foren mitgelesen, denn wenige Stunden später verlautete das Unternehmen über seine Internetseite und über Facebook, dass der Client für OS X in den nächsten Tagen im App Store zur Verfügung stehen wird. Als konkreteren Termin mutmaßte Tobit Mittwoch oder Donnerstag. Dessen ungeachtet tauchte am Montagabend plötzlich ein David.fx Client für OS X im App Store auf, allerdings mit dem gleichen Funktionsumfang. Auf die Diskussionen in den verschiedenen Foren hat Tobit bislang nicht reagiert.
Man fühlt sich unweigerlich an die Arroganz von Apple erinnert. Und Tobit muss sich die Frage gefallen lassen, ob sich die Kunden zu Unrecht getäuscht fühlen? Kann man Wein versprechen und dann Wasser liefern? Selbst wenn in den nächsten Tagen der versprochene native Client für Mac OS X im App Store auftauchen sollte – Tobit hat viel Vertrauen bei seinen Kunden verspielt. Und viele dieser Kunden denken derzeit darüber nach, ob sie von der Bestellung des Updates auf David.fx12 zurücktreten sollen. Tobit kann man nur wünschen, dass das Unternehmen schnell auf die Ungemach reagiert und aus den Fehlern lernt.