Bündnis gegen Facebook
Politiker aus allen Parteien haben sich in einem Bündnis gegen Facebook organisiert. Gemeinsam wollen sie Druck auf das soziale Netzwerk ausüben und damit ihren Widerstand gegen zu lockere Datenschutzbestimmungen bekunden.
Unter dem Namen „Facebook Privacy Control – NOW!“ haben die Grünen auf Facebook eine Gruppe gegründet. Inzwischen gehören Politiker aus allen Parteien dieser Initiative an. Mit Aktionen, Informationen und Kommentare will die Gruppe Druck auf das soziale Netzwerk ausüben. Dieses Vorgehen sei besser als ein Boykott, sagte Grünen-Bundesvorstandsmitglied Malte Spitz dem Handelsblatt. Mit dem Protest-Bundnis wollen die Politiker Facebook dazu bewegen, Profildaten seiner Nutzer nicht ungefragt an Dritte weiterzugeben. Zudem soll das soziale Netzwerk dazu bewegt werden, gemeinsam mit Verbraucher- und Datenschützern Standards zu entwickeln, die weltweit Gültigkeit haben. Auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hatte in einem Schreiben an Facebook Kritik an dem Umgang mit Nutzerdaten geübt. Eine Sprecherin von Facebook begrüßte die Bereitschaft der Ministerin zu einem gemeinsamen Gespräch.
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sieht die Bedenken der Bundesverbraucherministerin nicht ausgeräumt. Nach Ansicht von Caspar lade Facebook seine Mitglieder dazu ein, persönliche Kontakte aus Adressbüchern oder dem Handy zu öffnen und damit Daten von Nicht-Mitgliedern auf Facebook zur Verfügung zu stellen.
Auch Verbraucherschützer haben die Lockerung der Datenschutzbestimmungen auf Facebook scharf kritisiert und vor dem sozialen Netzwerk gewarnt.
Facebook hat weltweit etwa 400 Millionen Nutzer, allein in Deutschland sollen es rund 7,5 Millionen sein.