Fotograf will Street View unterstützen

Veröffentlicht am Samstag, 21. August 2010

Der Streit und die Diskussion um Google Street View werden immer bizarrer. Während viele Städte und Hausbesitzer mit Widersprüchen Sturm gegen die Straßen- und Hausansichten laufen, bekommt Google Unterstützung von einem IT-Berater und Fotograf aus Berlin. Er will die Fassaden, die wegen eines Widerspruchs verpixelt im Internet dargestellt werden, eigenhändig fotografieren und diese Bilder im Internet veröffentlichen.

Der Berliner Jens Best ist IT-Berater, Fotograf und großer Fan von Googles Street View. Zwischen der digitalen und der realen Welt macht Best keinen Unterschied. Und so möchte er die Wirklichkeit auch im Internet wiederfinden. Verpixelte Hausfassaden haben seiner Meinung nach bei Google Street View nichts zu suchen, weil sie nicht der Wirklichkeit entsprechen. Best macht sich also dafür stark, Gebäude und Fassaden gestochen scharf im Internet abzubilden.
Google dürfte sich über diesen Befürworter von Street View freuen. Aber Best geht noch weiter. Er will die Objekte, die Google wegen der Widersprüche verpixelt darstellen muss, eigenhändig ablichten. Anschließend sollen die Bilder auf Googles Fotodienst Picasa veröffentlicht und Zug um Zug mit Google Maps und Street View verlinkt werden. Anfangen wollen Jens Best und seine Helfer in Weilheim-Schongau in Oberbayern und in Herne in Nordrhein-Westfalen. Beide Städte wollen öffentliche Gebäude per Beschluss aus Street View verbannen. Bisher nur vorbeugend, denn die beiden Orte gehören nicht zu den 20 Städten, mit denen Google seinen Dienst Street View noch in diesem Jahr starten will. Der Zorn von Hauseigentümern mag Best dennoch gewiss sein, doch bei der Stadtverwaltung Herne sieht man sein Vorhaben gelassen. Wenn ihm Herne so gut gefalle, möge er doch fotografieren, hieß es aus dem Rathaus. Im Umgang mit Google sind die Herner allerdings nicht so gelassen. Die Stadt im Ruhrgebiet wehrt sich nicht nur mit Widersprüchen gegen Street View. Herne sieht in Googles Vorgehen einen Verstoß gegen das Straßenverkehrsnutzungsrecht, weil die Kamerawagen die Straßen nicht in gewohnter Manier befahren. Und weil die Kassen in Herne ebenfalls leer sind, hat die Stadt eine besondere Nutzungseinschränkung beschlossen. Google soll für jeden gefahrenen Kilometer in Herne 20 Euro zahlen. Bei einem Straßennetz von 300 Kilometern wäre das für Google ein lächerlicher Betrag. Bislang sind allerdings keine neuen Kamerawagen in Herne gesichtet worden. Dafür wird wohl demnächst der Berliner Jenst Best mit seinen Helfern dort auftauchen und fleißig fotografieren.

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