Kommt das Zwei-Klassen-Internet?
Werden wir für die Nutzung des Internets bald Geld bezahlen müssen? Telekommunikations- und Dienstanbieter denken zurzeit über Modelle nach, bei denen für erhöhten Traffic oder Premiumdienste zusätzlich zur Kasse gebeten wird.
Allen voran Google und der US-amerikanische Telekommunikationsanbieter Verizon haben gemeinsam einen entsprechenden Dreipunkte-Plan vorgelegt. Dieser sieht vor, dass bei der klassischen Nutzung des Internets über einen Hausanschluss alles wie gehabt bleiben soll. Allerdings könnten für besondere Onlinedienste Extragebühren fällig werden. Vor allem bandbreitenintensive Videostreamings in HD-Qualität könnten zusätzliche Einnahmen in die Kassen spülen.
Auch wer über eine mobile Verbindung ins Internet geht müsste nach dem Willen der beiden Unternehmen mit zusätzlichen Kosten rechnen.
Neu sind diese Überlegungen keineswegs. Neben den Mobilfunkanbietern machen sich auch die Anbieter von Breitbandanschlüssen Gedanken über die zunehmende Netzwerklast. Im Gespräch ist eine Art Online-Maut. Anbieter, deren Kunden für eine hohe Netzwerklast sorgen, sollen entsprechend auch mehr Geld zahlen.
Der Bundesverband für Breitbandkommunikation erhofft sich von einer solchen Kostenbeteiligung, dass sich Investitionen für Netzbetreiber lohnen.
Die Pläne der Anbieter haben allerdings nicht nur Freunde. Kritiker befürchten ein Zwei-Klassen-Internet. Selbst Unterstützer von Google sprechen von einem Verrat an der Internet-Freiheit, für die sich Google immer so stark gemacht hat.